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Wer nach einem Relaunch Traffic verliert, verliert ihn fast immer durch fehlende Weiterleitungen, gestrichene Inhalte und ein vergessenes noindex. So gehen wir vor, Schritt für Schritt, mit Checkliste.
Christoph SpeiserProjektleitung & VertriebKurz gesagt: Ein Website-Relaunch ohne SEO-Verlust gelingt mit drei Dingen: einer vollständigen Liste deiner alten URLs, einer 301-Weiterleitung für jede URL mit Traffic oder Links und den Inhalten, die heute ranken. Google selbst rechnet bei kleinen und mittleren Websites mit einigen Wochen, bis die meisten Seiten umgezogen sind, und empfiehlt, Weiterleitungen mindestens ein Jahr zu behalten. Plane 4–12 Wochen Monitoring ein, dann bleibt ein Rückgang klein und kurz.
Ein Relaunch ist der Moment, in dem viele Unternehmen Traffic verlieren, den sie über Jahre aufgebaut haben. Nicht, weil die neue Seite schlechter ist. Meistens ist sie schneller, klarer und schöner. Der Traffic geht verloren, weil Google die Seiten, die bisher gerankt haben, plötzlich nicht mehr findet: Die URLs haben sich geändert, die Weiterleitungen fehlen, oder genau der Text, der eine Suchanfrage beantwortet hat, ist beim Redesign rausgeflogen.
Wir bauen Websites in Wien, und die meisten unserer Projekte sind Relaunches, keine ersten Websites. Den folgenden Ablauf setzen wir bei jedem Website-Projekt um. Er ist nicht kompliziert, muss aber vor dem Design beginnen und nicht in der Woche vor dem Launch.
Google rankt einzelne URLs, nicht deine Marke. Wenn /leistungen/dachsanierung seit Jahren rankt und die neue Seite /dach heißt, ist sie für Google erst einmal unbekannt. Ohne Weiterleitung liefert die alte URL einen 404-Fehler, die Seite fällt aus dem Index, und die Links, die auf sie zeigen, laufen ins Leere.
Nach unserer Erfahrung geht fast jeder Traffic-Verlust nach einem Relaunch auf eine dieser Ursachen zurück:
Alle sechs lassen sich vermeiden. Dafür brauchst du kein SEO-Budget, sondern einen Plan und jemanden, der am Launch-Tag die Details prüft.
Bevor irgendjemand eine Seite gestaltet, sicherst du alles, was die alte Website hat. Diese Liste ist die Grundlage für die Weiterleitungen und für die Entscheidung, welche Inhalte bleiben müssen. Wir holen sie aus vier Quellen:
Das alles kommt in eine Tabelle, eine Zeile pro alter URL, dazu Klicks, Impressionen und Backlinks. Jetzt siehst du, welche 10–20 % deiner Seiten den Großteil des Traffics bringen. Genau diese Seiten bekommen im Redesign die meiste Aufmerksamkeit.
Heb außerdem eine Kopie der alten Seite auf: den Crawl-Export und Screenshots oder ein HTML-Archiv der Top-Seiten. Wenn Wochen nach dem Launch jemand fragt, was auf der alten Seite stand, bist du froh darüber.
Die Weiterleitungsliste hat zwei Spalten: alte URL, neue URL. Jede alte URL mit Klicks, Impressionen, Backlinks oder Eintrag in der Sitemap bekommt eine Zeile. Unsere Regeln:
Bei Next.js, womit wir bauen, stehen die Weiterleitungen in der Projektkonfiguration und gehen mit der Seite live. So sind sie versioniert und können nicht in einem Hosting-Panel verloren gehen. Wenn du von WordPress wegziehst, lies unseren Artikel von WordPress zu Next.js: Die URL-Struktur planst du dort zuerst.
Bei Online-Shops ist die Liste länger: Produkte, Kategorien, Filter-URLs und Bilder. In unserem Migrationspaket für Shops sind 301-Plan und SEO-Erhalt fixe Bestandteile, kein Nachgedanke.
Ein Relaunch ist ein guter Zeitpunkt, deine Texte zu verbessern. Und ein schlechter, um wegzuwerfen, was funktioniert. Prüf bei jeder Seite auf deiner Top-Liste, bevor du sie neu schreibst:
Kürzer ist nicht automatisch besser. Wenn die alte Seite mit 900 Wörtern zehn Fragen beantwortet hat und die neue 150 Wörter Slogans hat, folgen die Rankings den Wörtern. Gutes Design macht lange Inhalte leicht lesbar. Es ersetzt sie nicht.
Hier kannst du auch gewinnen: klarere Überschriften, ein FAQ, das echte Suchanfragen beantwortet, strukturierte Daten und Seiten, die KI-Suchen zitieren können. Das bauen wir mit GEO gleich mit ein. Mehr dazu in in ChatGPT gefunden werden.
Während der Entwicklung läuft die neue Seite auf einer Testadresse (Staging). Sie darf nicht in Google auftauchen und wird deshalb gesperrt, meist mit einem noindex-Tag, einem Disallow: / in der robots.txt oder einem Passwort. Das ist richtig. Das Problem beginnt, wenn die Sperre mit dem Launch live geht.
Ein noindex auf der Live-Seite sagt Google, alle Seiten aus dem Index zu nehmen. Eine Sperre in der robots.txt verhindert, dass Google die Seite überhaupt crawlt, und damit sieht Google nicht einmal deine Weiterleitungen. Beides passiert öfter, als man zugibt, weil Test- und Live-Version denselben Code teilen.
Geh am Anfang der Woche live, nicht am Freitagnachmittag, damit jemand da ist, wenn etwas hakt. Dann in dieser Reihenfolge:
Google verarbeitet einen Relaunch nicht an einem Tag. Bei kleinen und mittleren Websites ziehen laut Google die meisten Seiten innerhalb einiger Wochen um, und die Rankings können in dieser Zeit schwanken. Das ist normal. Nicht normal ist ein Rückgang, der nach der zweiten Woche weiter wächst.
| Wann | Was du prüfst | Wo |
|---|---|---|
| Tag 1–3 | 404-Fehler, Weiterleitungsfehler, noindex, robots.txt, Formulare und Tracking | Crawler, URL-Prüfung in der Search Console, Analytics in Echtzeit |
| Woche 1–2 | Indexierung der neuen URLs, Crawling-Fehler, Status der Sitemap | Search Console: Seiten, Sitemaps |
| Woche 2–6 | Klicks und Positionen deiner Top-Seiten im Vergleich zum Zeitraum davor | Search Console: Leistung, Zeiträume vergleichen |
| Woche 6–12 | Rankings wieder auf altem Niveau oder besser; verbleibende 404 mit Backlinks | Search Console, Backlink-Bericht |
| Monat 3–12 | Weiterleitungen aktiv lassen; nach jeder größeren Inhaltsänderung prüfen | Server- oder Projektkonfiguration |
Vergleich Seite für Seite, nicht nur den Gesamt-Traffic. Wenn die Summe passt, aber eine Leistungsseite 80 % ihrer Klicks verloren hat, fehlt wahrscheinlich eine Weiterleitung oder ein Textabschnitt. Behebe das in derselben Woche. Je länger eine Seite kaputt ist, desto langsamer erholt sie sich.
| Phase | Aufgabe | Erledigt, wenn |
|---|---|---|
| Vor dem Design | Alte Seite crawlen, Seiten und Backlinks aus der Search Console exportieren | Eine Tabelle, eine Zeile pro alter URL mit Klicks und Links |
| Vor dem Design | Top-Seiten und ihre Suchbegriffe markieren | Top 10–20 % der Seiten mit Begriffen gelistet |
| Konzept | Neue URL-Struktur planen, funktionierende URLs möglichst behalten | Sitemap freigegeben |
| Inhalte | Ranking-Begriffe in Titles, H1 und ersten Absätzen behalten | Jede Top-Seite mit ihrer alten Version verglichen |
| Entwicklung | Weiterleitungsliste: alte URL auf passendste neue URL, 301, keine Ketten | Jede URL mit Traffic oder Links hat ein Ziel |
| Entwicklung | Testumgebung hinter Passwort oder noindex, über einen Schalter gesteuert | Testumgebung nicht in Google auffindbar |
| Launch | noindex/robots-Sperre entfernen, alle Weiterleitungen testen, Sitemap einreichen | Alle alten URLs liefern 301 auf eine Seite mit 200 |
| Launch | Adressänderung in der Search Console (nur bei neuer Domain) | Antrag bestätigt |
| Nach dem Launch | 4–12 Wochen wöchentlich prüfen, Seite für Seite vergleichen | Top-Seiten wieder auf altem Niveau |
| Langfristig | Weiterleitungen mindestens ein Jahr behalten, am besten dauerhaft | Weiterleitungen in der Projektkonfiguration |
Wenn deine jetzige Seite kaum Suchtraffic hat (ein paar Dutzend Klicks im Monat laut Search Console) und fast keine Backlinks, gibt es wenig zu schützen. Ein schneller Crawl, Weiterleitungen für die Handvoll URLs, die zählen, und dann volle Konzentration darauf, dass die neue Seite überhaupt gefunden wird.
Dasselbe gilt für ein reines Facelift, bei dem URLs und Texte gleich bleiben. Dann sind noindex und Ladezeit die Hauptrisiken, nicht die Weiterleitungen. Der volle Ablauf zahlt sich aus, wenn die alte Seite echte Anfragen über Google bringt, und das ist bei den meisten etablierten Betrieben der Fall.
Bei 404media gehören URL-Inventur und Weiterleitungsliste bei jedem Relaunch zur Strategiephase, nicht zu den Extras. Die Testumgebung steht ab Woche eins, die SEO-Architektur ab Tag eins, und nach dem Launch übernehmen wir Monitoring und laufende Optimierung: Du musst nicht selbst zum Webmaster werden. Eine typische Website dauert 8 bis 12 Wochen, den Zeitplan bestätigen wir im Fixpreis-Angebot.
Ein Relaunch kann mehr als Rankings halten. Für den Premium-Fleischhersteller Aumärk haben wir die Website neu gestaltet und den neuen Shop mit Google- und Social-Kampagnen unterstützt. Wenn du in Österreich einen Relaunch planst, frag auch nach Förderungen: Die Digitalisierungsförderung des Bundes ist ausgelaufen, regionale Programme können aber passen (Antrag vor Projektstart). Stand und Alternativen: in unserem Förderartikel. Was ein Relaunch kostet, steht in Website-Kosten in Österreich.
Wir sehen uns deine jetzige Seite, ihre Rankings und URLs an und sagen dir, was geschützt werden muss. Buch ein kostenloses 30-Minuten-Strategiegespräch, danach bekommst du ein Fixpreis-Angebot.
Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, das sagt Google selbst. Mit vollständigen 301-Weiterleitungen, behaltenen Inhalten und ohne vergessenes noindex sind die meisten Seiten nach einigen Wochen wieder auf altem Niveau, oft besser, weil die neue Seite schneller und klarer ist.
Google empfiehlt mindestens ein Jahr. Wir behalten sie dauerhaft: Sie kosten nichts, und alte Links in E-Mails, PDFs und auf anderen Websites funktionieren weiter.
Nur wenn du auf eine neue Domain oder Subdomain umziehst, etwa von einer alten Markendomain auf eine neue. Für ein neues Design auf derselben Domain, den Wechsel von http auf https oder neue Pfade brauchst du sie nicht. Dann reichen Weiterleitungen und eine neue Sitemap.
Nein. Leite jede alte URL auf die Seite um, die dieselbe Frage beantwortet. Massenhafte Umleitungen auf die Startseite behandelt Google ähnlich wie fehlende Seiten, und Besucher landen dort, wo sie nicht hinwollten.
Bei kleinen und mittleren Websites spricht Google von einigen Wochen für die meisten Seiten, große Websites brauchen länger. Plane 4–12 Wochen Monitoring ein und vergleiche die Klicks Seite für Seite in der Search Console.
Über den Bund nicht mehr: Das Programm ist ausgelaufen. Regionale Programme können passen, Antrag vor Projektstart. Details in unserem Förderartikel.

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