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Wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews entscheiden, welche Unternehmen sie empfehlen

Drei KI-Antwortsysteme, drei Wege zur Quellenwahl. Was sie gemeinsam haben, was du beeinflussen kannst und was nicht in deiner Hand liegt.

Christoph SpeiserProjektleitung & Vertrieb
Veröffentlicht
Thema
SEO & GEO
Lesezeit
9 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews durchsuchen das aktuelle Web, lesen ein paar Seiten und nennen die Firmen, die dort klar und einheitlich beschrieben sind.
  • Sie unterscheiden sich im Index: ChatGPT nutzt den Crawler von OpenAI, Google den normalen Suchindex, Perplexity einen eigenen Crawler.
  • In deiner Hand liegen Crawler-Zugang, Seiten, die die Frage in den ersten Sätzen beantworten, und überall gleiche Firmendaten. Nicht in deiner Hand: die Trainingsdaten des Modells.
  • Du kannst deine Sichtbarkeit in zehn Minuten selbst testen, mit einem festen Fragenset und ohne Tool.

Kurz gesagt: Fragt jemand ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews nach einer Firmenempfehlung, startet das System eine Websuche, liest ein paar Seiten und nennt die Unternehmen, die dort klar, konkret und einheitlich beschrieben werden. Ein Ranking, das man kaufen kann, ist das nicht. Es ist eine Auswahl aus den Quellen, die das System erreichen und denen es traut. Laut OpenAI hatte allein ChatGPT im Februar 2026 900 Millionen wöchentliche Nutzer, genannt zu werden ist also kein Randthema mehr.

Wir machen solche Checks jede Woche für österreichische Betriebe, und das Muster wiederholt sich: Fragt man nach „der besten Webdesign-Agentur für KMU in Linz“ oder „einem Immobilienmakler in Wien-Döbling“, endet die Antwort in einer kurzen Liste mit drei bis fünf Namen. Selten sind es die größten Firmen. Meistens sind es die, deren Website klar sagt, was sie machen, wo und für wen, und die auch auf anderen Seiten vorkommen. Dieser Artikel zeigt, wie die drei großen Systeme dorthin kommen und was du dafür tun kannst. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung steht in unserem Leitfaden In ChatGPT gefunden werden, das Angebot dazu findest du unter GEO.

Woher hat eine KI-Antwort ihr Wissen?

Ein Sprachmodell kann auf zwei Wegen von deiner Firma „wissen“.

  • Trainingsdaten: Das hat das Modell vor seinem Stichtag gelernt. Du kannst es nicht schnell ändern, und bei kleinen regionalen Betrieben ist es meist dünn oder veraltet.
  • Retrieval: Das Modell sucht beim Antworten im Web und zitiert, was es findet. Hier fallen fast alle lokalen und kommerziellen Fragen, und hier kannst du ansetzen.

Bei einer Frage wie „Welchen Makler soll ich beauftragen, um meine Wohnung zu verkaufen?“ muss das System aktuell und lokal antworten, also sucht es. Das macht eine normale, gut gebaute und lesbare Website wichtiger, nicht unwichtiger.

Wie unterscheiden sich ChatGPT, Perplexity und Google?

ChatGPT-SucheGoogle AI Overviews / AI ModePerplexity
Woher die Quellen kommenLive-Websuche, eigener OpenAI-IndexGoogles normaler SuchindexLive-Websuche, eigener Index
Crawler, den du zulassen musstOAI-SearchBot (GPTBot nur fürs Training)GooglebotPerplexityBot
Besondere AnforderungenKeine veröffentlicht außer Crawler-ZugangKeine: indexiert und snippetfähig (Google)Keine veröffentlicht außer Crawler-Zugang
Wie Quellen angezeigt werdenLinks in der Antwort und QuellenlisteLinks in und neben der KI-ZusammenfassungNummerierte Quellen bei jeder Antwort
So misst du esBesuche mit utm_source=chatgpt.com, Prompt-TestsSearch Console, Prompt-TestsVerweise in Analytics, Prompt-Tests
Quellen: OpenAI-Crawler-Dokumentation, Google Search Central zu KI-Funktionen. Details ändern sich, prüf die Seiten der Anbieter.

Bei Google lohnt ein Detail: AI Mode zerlegt eine Frage in viele verwandte Teilfragen (Google nennt das „Query Fan-out“) und führt die Ergebnisse zusammen. Eine Seite kann also für eine Frage zitiert werden, für die sie nie direkt gerankt hat, sofern sie eine der Teilfragen gut beantwortet.

Was haben die drei Systeme gemeinsam?

Keiner der Anbieter veröffentlicht eine Ranking-Formel. Was jetzt folgt, stützt sich auf Googles Leitfaden und auf unsere eigenen Checks. Vier Dinge tauchen jedes Mal auf.

  1. Der Crawler kommt hinein. Der häufigste Grund, warum eine Seite nie genannt wird, ist banal: Ein Sicherheits-Plugin, eine Hosting-Voreinstellung oder eine pauschale „Alle KIs blockieren“-Regel sperrt die Such-Crawler gleich mit den Trainings-Crawlern aus.
  2. Die Seite beantwortet die Frage früh. Passagen, die die Antwort in ein, zwei Sätzen geben, lassen sich leicht herauslösen und zitieren. Eine Seite, die mit „Wir bieten ganzheitliche Lösungen“ beginnt, gibt dem System nichts zum Zitieren.
  3. Die Fakten sind konkret. Standort, Einzugsgebiet, Preisspannen, Zeitrahmen, Zahl der Projekte, Zertifizierungen. Modelle zitieren, was konkret ist.
  4. Andere Quellen bestätigen es. Google-Bewertungen mit Text, Einträge in Verzeichnissen und in der Kammer, Fachmedien, Lokalpresse. Deine Website sagt, was du behauptest, andere Seiten bestätigen, ob es stimmt.

Auch die Forschung zeigt in diese Richtung. Die GEO-Studie von Forschenden aus Princeton und anderen Instituten (KDD 2024) testete Textänderungen an einer simulierten KI-Suchmaschine: Statistiken hoben die Sichtbarkeit in Antworten um rund 41 %, Zitate um rund 28 %. Das ist ein Laborergebnis, keine Garantie für deine Seite, es deckt sich aber mit unserer Erfahrung: Konkrete Seiten werden zitiert, vage nicht.

Was sorgt dafür, dass ein lokaler Betrieb genannt wird?

Bei Fragen mit „in der Nähe“ oder „in Wien“ zählen die Bestätigungssignale doppelt. Praktisch heißt das:

  • Überall dasselbe Firmenprofil: gleicher Name, gleiche Adresse und Telefonnummer auf der Website, im Google-Unternehmensprofil, im WKO-Firmen-A–Z, bei Herold und in Branchenverzeichnissen. Wenn ein Modell nicht erkennt, ob „Muster GmbH“ und „Muster Immobilien“ dieselbe Firma sind, zögert es.
  • Google-Bewertungen, die Leistung und Ort nennen, nicht nur Sterne. „Tolle Website für unsere Ordination in Graz“ sagt mehr als fünf Sterne ohne Text.
  • Eine Seite pro Leistung und Standort, jeweils mit echtem Inhalt und nicht derselbe Text mit anderem Ortsnamen.
  • Strukturierte Daten (schema.org) für Firma, Leistungen und Artikel. Laut Google sind sie für die KI-Funktionen nicht nötig, und ein eigenes Schema dafür gibt es nicht. Sie halten aber deine Firmendaten für jeden maschinellen Leser einheitlich.

Warum die technische Basis zählt

Eine Analyse von Vercel und MERJ ergab, dass die großen KI-Crawler, auch die von OpenAI und Perplexity, kein JavaScript ausführen. Eine Seite, deren Text erst nach dem Laden von Skripten erscheint, kann für sie leer aussehen. Deshalb bauen wir Websites auf Next.js mit am Server gerenderten Seiten: Das fertige HTML mit Überschriften, Antworten und strukturierten Daten ist schon bei der ersten Anfrage da. Wenn du heute ein skriptlastiges Theme betreibst, lies Von WordPress zu Next.js. Planst du eine neue Seite, geht unser Webdesign von genau dieser Basis aus.

Was liegt nicht in deiner Hand?

  • Die Trainingsdaten. Was ein Modell letztes Jahr gelernt hat, kannst du nicht bearbeiten.
  • Der Wortlaut der Antwort. Dieselbe Frage kann an verschiedenen Tagen unterschiedliche Listen ergeben.
  • Eine Garantie. Niemand kann dir einen festen Platz in einer KI-Antwort verkaufen. Sei skeptisch bei jedem, der das tut.
  • llms.txt als Hebel. Die Datei ist schnell angelegt, aber laut Google ignoriert die Suche sie, und die anderen Anbieter haben nicht bestätigt, sie zu nutzen. Wir erzeugen sie automatisch, verkaufen sie aber nicht als Sichtbarkeitstrick.

Wie testest du deine Sichtbarkeit in zehn Minuten?

  1. Schreib fünf Fragen auf, die ein Kunde wirklich stellen würde, etwa „Welche Webdesign-Agentur in Wien baut Websites für Ärzte?“ oder „Wer baut ein Haus im Mostviertel?“.
  2. Stell jede Frage in ChatGPT, Perplexity und Google (AI Mode oder AI Overviews), ausgeloggt oder im privaten Fenster.
  3. Notier, welche Firmen genannt und welche Quellen verlinkt werden.
  4. Prüf, ob deine Firma vorkommt, ob die Beschreibung stimmt und welche deiner Seiten verwendet wurde.
  5. Wiederhol den Test nach vier Wochen. Ein einzelner Durchlauf sagt wenig, weil die Antworten schwanken.

Wenn du es nicht von Hand machen willst: Der kostenlose Website-Check prüft die technischen Grundlagen, und der GEO-Report zeigt dir in rund einer Minute echte ChatGPT-Antworten für deine Branche.

Wissen, ob die KI deine Firma nennt?

Wir prüfen Crawler-Zugang, deine Seiten und die Erwähnungen außerhalb deiner Website und zeigen dir, was du zuerst ändern solltest. Starte mit dem kostenlosen GEO-Report oder sprich mit uns.

Häufige Fragen

Wie entscheidet ChatGPT, welche Unternehmen es empfiehlt?

Bei aktuellen und lokalen Fragen startet ChatGPT eine Websuche, liest mehrere Seiten und nennt die Unternehmen, die dort klar beschrieben und von anderen Quellen bestätigt werden. Den Index dafür baut der OpenAI-Crawler OAI-SearchBot, er muss deine Website also lesen dürfen.

Kann ich dafür zahlen, von ChatGPT oder Perplexity empfohlen zu werden?

Nicht für die organische Antwort. Einen bezahlten Platz in einer KI-Empfehlung gibt es nicht. OpenAI testet Werbung in ChatGPT, das ist ein eigenes, gekennzeichnetes Format; mehr dazu bei ChatGPT Ads in Österreich.

Brauche ich für Google AI Overviews eine Spezialdatei oder ein Spezial-Markup?

Nein. Laut Google brauchen AI Overviews und AI Mode weder besondere Dateien noch besonderes Markup. Deine Seiten müssen indexiert, snippetfähig und wirklich nützlich sein.

Ist GEO etwas anderes als SEO?

Es baut auf SEO auf. Die Grundlagen wie Auffindbarkeit, klare Seiten und gute Inhalte sind dieselben. GEO ergänzt Antwort-zuerst-Texte, einheitliche Firmendaten und Erwähnungen außerhalb deiner Website, die bestätigen, was du sagst.

Wie lange dauert es, bis ich genannt werde?

Antworten mit Retrieval können sich innerhalb von Wochen ändern, nachdem Crawler aktualisierte Seiten gesehen haben. Einen Termin oder eine Position kann dir aber niemand versprechen. Sieh es als laufende Arbeit und miss monatlich mit einem festen Fragenset.

Geschrieben vonChristoph SpeiserProjektleitung & Vertrieb

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