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Ärztin schreibt in eine Patientenakte

Website für Ärzte in Österreich: Was Patienten brauchen und was erlaubt ist

Eine Arztpraxis-Website in Österreich hat zwei Aufgaben: Patienten in wenigen Klicks zum Termin bringen und im Rahmen des Ärztegesetzes bleiben. Was das konkret heißt, mit Beispielen aus unseren Gesundheitsprojekten.

Christoph SpeiserProjektleitung & Vertrieb
Veröffentlicht
Thema
Gesundheit
Lesezeit
8 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Patienten wollen fünf Dinge schnell wissen: was du behandelst, welche Kassen, Ordinationszeiten, Anfahrt und wie sie einen Termin bekommen.
  • § 53 Ärztegesetz und die Richtlinie der Ärztekammer erlauben sachliche, wahre Information und verbieten marktschreierische Werbung; Vorher-Nachher-Bilder bei ästhetischen Eingriffen sind unzulässig.
  • Online-Terminbuchung verarbeitet Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO: Auftragsverarbeitungsvertrag, EU-Hosting, so wenige Felder wie möglich.
  • Lokale SEO und das Google-Unternehmensprofil bringen die meisten neuen Patienten; eine typische Praxis-Website dauert bei uns 8 bis 12 Wochen.

Kurz gesagt: Eine gute Website für Ärzte in Österreich beantwortet fünf Fragen in unter zehn Sekunden (was du behandelst, mit welchen Kassen du Verträge hast, Ordinationszeiten, wo du bist und wie man einen Termin bekommt) und bleibt im Rahmen von § 53 Ärztegesetz: Sachliche, wahre Information ist erlaubt, marktschreierische Werbung nicht. Dazu DSGVO-konforme Online-Terminbuchung, ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und lokale SEO, und die Website arbeitet wie eine zweite Rezeption.

Die meisten Ordinations-Websites in Österreich wurden einmal gebaut und dann vergessen: ein Teamfoto, eine Leistungsliste in Fachsprache, eine Telefonnummer, die am Vormittag besetzt ist. Patienten vergleichen heute am Handy, oft spätabends, und sie buchen dort, wo es am einfachsten geht.

Wir haben Websites für Psychologen, Therapeuten und Gesundheitsunternehmen gebaut, von Christina Pedretscher in Kärnten bis zu HBE Healthcare und Blue & Green Healthcare. Dieser Leitfaden fasst zusammen, was wir dabei gelernt haben, plus die rechtlichen Punkte, die du als Ärztin oder Arzt in Österreich kennen solltest. Er ersetzt keine Rechtsberatung; bei Grenzfällen frag deine Landesärztekammer.

Was Patienten auf einer Arzt-Website suchen

Niemand besucht eine Ordinations-Website, um beeindruckt zu werden. Patienten kommen mit einer konkreten Frage, und jede Sekunde Suchen kostet Vertrauen. In unseren Projekten stehen diese Fragen ganz vorne:

  • Behandelst du mein Problem? Leistungen in verständlicher Sprache, nach Anliegen sortiert, nicht nach Abrechnungsposition.
  • Hast du einen Vertrag mit meiner Kasse? ÖGK, BVAEB, SVS oder Wahlarzt: Das gehört nach oben, nicht in den Footer.
  • Wann hast du offen und wie komme ich hin? Ordinationszeiten, Öffis, Parken, barrierefreier Zugang.
  • Wie bekomme ich einen Termin? Ein Button, der auf jeder Seite sichtbar ist, Online-Buchung oder zumindest klare Telefonzeiten.
  • Wen treffe ich? Echte Fotos, Ausbildung und Schwerpunkte, menschlich formuliert.

Für Julia-Susanna Mende haben wir die Leistungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene so sortiert, dass jede Besucherin auf der Seite landet, die für sie gedacht ist (zum Projekt). Bei Christina Pedretscher war das Ziel, den Weg „von der ersten Orientierung bis zur Terminbuchung so klar wie möglich“ zu gestalten, mit einem ruhigen Design, das schon vor dem ersten Gespräch Vertrauen schafft.

Website von Christina Pedretscher am Smartphone mit Button „Termin buchen“ und Google-Bewertung
Christina Pedretscher, Feldkirchen: ein klarer Termin-Button auf jeder Seite, Leistungsseiten in verständlicher Sprache.

Was das Ärztegesetz auf einer Arzt-Website erlaubt

Rechtsgrundlage ist § 53 Ärztegesetz. Er verbietet Ärzten unsachliche, unwahre oder das Standesansehen beeinträchtigende Informationen. Die Österreichische Ärztekammer konkretisiert das in ihrer Werberichtlinie „Arzt und Öffentlichkeit“, die eine eigene Homepage ausdrücklich erlaubt. Entscheidend ist, wie du dich präsentierst.

In der Regel erlaubtNicht erlaubt oder heikel
Sachliche Infos zu Leistungen, Methoden und AusstattungAufdringliche oder marktschreierische Selbstanpreisung („Wiens bester Chirurg“)
Ausbildung, Diplome und Schwerpunkte, die du wirklich hastUnwahre Behauptungen medizinischer Exklusivität
Kassenverträge, Ordinationszeiten, SprachenWerbung für Arzneimittel, Medizinprodukte oder Hersteller
Preise oder Preisrahmen für PrivatleistungenVorher-Nachher-Bilder bei ästhetischen Eingriffen (§ 8 ÄsthOpG)
Echte Fotos von Team und RäumenVergleiche, die nahelegen, du seist besser als Kollegen
Vereinfachte Übersicht nach § 53 ÄrzteG und ÖÄK-Richtlinie. Grenzfälle mit der Ärztekammer klären.

Testimonials und Patientenzitate sind eine Grauzone: Je nach Einsatz können sie als Selbstanpreisung gelten. Ein Link auf deine Google-Bewertungen ist üblich, ausgewählte Zitate auf der eigenen Website klärst du besser vorher mit der Kammer. Und beim Antworten auf Google-Bewertungen gilt die Verschwiegenheitspflicht (§ 54 ÄrzteG): Bestätige nie, dass jemand bei dir in Behandlung ist, und sprich keine Details an.

Auch das Impressum ist Pflicht: Name, Anschrift, Kontaktdaten, Mitgliedschaft bei der Ärztekammer, Berufsbezeichnung samt verleihendem Staat, Hinweis auf das Ärztegesetz und gegebenenfalls die UID-Nummer. Fehlende Angaben nach dem E-Commerce-Gesetz (ECG) können bis zu 3.000 € kosten.

DSGVO: Kontaktformular und Online-Terminbuchung

Sobald Patienten dir über die Website Daten schicken, verarbeitest du in vielen Fällen Gesundheitsdaten. Schon die Tatsache, dass jemand bei einer Psychotherapeutin oder einem Kardiologen bucht, sagt etwas über die Gesundheit aus. Das sind besondere Kategorien nach Art. 9 DSGVO. Online-Termine sind damit nicht unmöglich, aber die Latte liegt höher.

  • Auftragsverarbeitungsvertrag (Art. 28 DSGVO) mit jedem Dienstleister: Buchungstool, Hosting, Formulardienst, Newsletter.
  • EU-Hosting, am besten in Österreich oder Deutschland, und verschlüsselte Übertragung (HTTPS).
  • So wenige Felder wie möglich. Name, Kontakt, Terminart. Kein Freitextfeld für Beschwerden, außer du brauchst es wirklich.
  • Datenschutzerklärung, die den Buchungsanbieter nennt und erklärt, was mit den Daten passiert.
  • Cookie-Banner, der Analyse- und Marketing-Tags bis zur Zustimmung blockiert, und Schriften lokal eingebunden statt von Google geladen.

Technisch binden wir dein bestehendes Buchungssystem oder deinen Kalender so ein, dass der Termin von jeder Seite aus einen Klick entfernt ist. Ob du eine österreichische Buchungsplattform, deine Ordinationssoftware oder einen einfachen Kalender nutzt, entscheidest du; wir sorgen dafür, dass die Website sauber damit umgeht.

Google-Unternehmensprofil und lokale SEO

Die meisten neuen Patienten tippen nicht deinen Namen ein, sondern „Hautarzt Graz“ oder „Psychologin in der Nähe“. Google antwortet mit einer Karte und drei Praxen. Ob du dabei bist, hängt vor allem von deinem Google-Unternehmensprofil ab und davon, wie klar deine Website sagt, was du machst und wo.

  1. Google-Unternehmensprofil übernehmen und vollständig ausfüllen: richtige Kategorie, Ordinationszeiten (auch Urlaube), Fotos, Buchungslink, Kasseninfo.
  2. Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich halten: Website, Google, Herold, Arztsuche der Ärztekammer.
  3. Eine Seite pro Kernleistung mit dem Ort im Text, statt einer langen Liste.
  4. Regionale Landingpages, wenn Patienten aus mehreren Orten kommen. Für Christina Pedretscher haben wir gezielt regionale Landingpages gebaut, um Menschen in ganz Kärnten zu erreichen.
  5. Strukturierte Daten (schema.org Physician / MedicalClinic), damit Google und KI-Assistenten deine Angaben richtig lesen.
  6. Bewertungen: zufriedene Patienten fragen, sachlich und ohne Patientendetails antworten.

KI-Assistenten werden zur zweiten Suchmaschine. Fragt jemand ChatGPT nach einer Gynäkologin in Linz, zählen dieselben Signale: klare Seiten, einheitliche Daten, Bewertungen und Erwähnungen. Einkaufen kannst du dich dort nicht, denn Gesundheitswerbung ist in ChatGPT in Österreich derzeit nicht erlaubt (mehr dazu in ChatGPT Ads in Österreich). Der Weg führt über organische Sichtbarkeit mit GEO.

Barrierefreiheit: mehr als eine Rechtsfrage

Unter deinen Patienten sind ältere Menschen, Menschen mit Sehschwäche und Menschen, denen es gerade nicht gut geht. Guter Kontrast, ausreichend große Schrift, klare Buttons, Alternativtexte für Bilder und eine Seite, die mit Screenreader funktioniert, gehören einfach zu einer Ordinations-Website.

Rechtlich gilt seit 28. Juni 2025 das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) für bestimmte Dienstleistungen an Verbraucher, mit Ausnahmen für Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen. Ob es deine Ordination betrifft, hängt vom Einzelfall ab; die Details erklären wir im Artikel zum Barrierefreiheitsgesetz. Wir bauen ohnehin nach WCAG, weil es allen Patienten hilft.

Design, das beruhigt statt verkauft

Eine Ordinations-Website sollte sich anfühlen wie ein gutes Wartezimmer: ruhig, aufgeräumt, menschlich. Für Yvonne’s Welt in Bregenz haben wir eine naturnahe Designsprache mit viel Weißraum und zurückhaltender Farbpalette gewählt. Für Christina Pedretscher eine warme, wertschätzende Bildsprache, die Sicherheit vermittelt, ohne die fachliche Seriosität der klinischen Psychologie zu verlieren.

Bei Fachärzten und Medizinunternehmen ändert sich die Aufgabe. Für HBE Healthcare haben wir eigene 3D-Animationen entwickelt, die medizinische Abläufe von Gelenk und Knorpel bis zur Zellebene sichtbar machen, und Produkte wie PRP und Hyaluronsäure so strukturiert, dass Ärzte jede Information in wenigen Klicks finden. Für Blue & Green Healthcare, das voll ausgestattete Praxisräume an Ärzte und Therapeuten vermietet, haben wir Matterport-3D-Rundgänge integriert, damit Interessierte die Standorte von überall aus begehen können.

Website von Blue & Green Healthcare am Monitor mit hellem, modernem Praxisraum
Blue & Green Healthcare: Praxisräume in 3D, damit Ärzte sie vor dem Besuch sehen.

Was eine Arztpraxis-Website kostet und wie lange sie dauert

Der Preis hängt vom Umfang ab: Eine Einzelordination mit fünf Leistungsseiten ist ein anderes Projekt als eine Gruppenpraxis mit mehreren Standorten, Online-Buchung und mehrsprachigen Inhalten. Wir arbeiten nicht mit Standardpaketen. Nach einem kostenlosen Strategiegespräch bekommst du ein Fixangebot und weißt genau, was du bekommst. Übliche Preisrahmen in Österreich findest du in unserem Artikel zu den Website-Kosten in Österreich.

PhaseWas passiertDein Aufwand
Strategie & StrukturLeistungen, Patientenfragen, Suchbegriffe, SeitenplanEin Workshop
DesignLook, Fotos, SchlüsselseitenFeedback zu Entwürfen
Inhalte & UmsetzungTexte in verständlicher Sprache, Buchung, SEOSeiten prüfen und freigeben
Launch & lokale SEOGoogle-Unternehmensprofil, strukturierte Daten, Tracking mit EinwilligungKurze Übergabe
Eine typische Praxis-Website dauert bei uns 8 bis 12 Wochen, jeden Freitag siehst du echten Fortschritt.

Nach dem Launch änderst du Texte, Ordinationszeiten und Urlaubshinweise selbst in unserem CMS. Ob für dein Projekt eine Förderung infrage kommt, prüfen wir im Strategiegespräch (Förderung).

Wann du keine neue Website brauchst

Nicht jede Ordination braucht einen Relaunch. Wenn du auf Monate ausgebucht bist, deine Patientenstruktur nicht ändern willst und die Website korrekt ist, reicht oft ein sorgfältiges Update von Google-Unternehmensprofil und Impressum. Dasselbe gilt, wenn die Seite erst zwei, drei Jahre alt und technisch solide ist: Dann bringen bessere Texte und lokale SEO meist mehr als ein neues Design.

Eine neue Website lohnt sich, wenn du mehr Privatpatienten oder eine bestimmte Patientengruppe willst, einen neuen Standort eröffnest, deine Telefonleitung ständig überlastet ist oder die Seite am Handy nicht ordentlich funktioniert.

Checkliste für deine Ordinations-Website

  1. Leistungen in verständlicher Sprache, nach Anliegen sortiert
  2. Kassenverträge oder Wahlarzt-Status ganz oben sichtbar
  3. Termin-Button auf jeder Seite, Online-Buchung mit Auftragsverarbeitungsvertrag
  4. Ordinationszeiten, Anfahrt und barrierefreier Zugang auf der Kontaktseite
  5. Vollständiges Impressum und Datenschutzerklärung, Cookie-Banner, der Tags bis zur Zustimmung blockiert
  6. Google-Unternehmensprofil vollständig und identisch mit der Website
  7. Keine marktschreierischen Aussagen, keine Vorher-Nachher-Bilder, keine Produktwerbung

Lass uns deine Ordinations-Website planen

Im kostenlosen Strategiegespräch schauen wir uns deine aktuelle Website, dein Google-Profil und deine Ziele an und sagen dir, was sich zu ändern lohnt. Danach bekommst du ein Fixangebot, ohne Überraschungen.

Häufige Fragen

Was muss auf einer Arzt-Website in Österreich stehen?

Ein Impressum mit Name, Anschrift, Kontaktdaten, Mitgliedschaft bei der Ärztekammer, Berufsbezeichnung samt verleihendem Staat, Hinweis auf das Ärztegesetz und gegebenenfalls UID-Nummer, dazu eine Datenschutzerklärung. Für Patienten: Leistungen, Kassenverträge, Ordinationszeiten, Anfahrt und ein klarer Weg zum Termin.

Dürfen Ärzte in Österreich Werbung machen?

Ja, in Grenzen. § 53 Ärztegesetz und die Richtlinie „Arzt und Öffentlichkeit“ der Ärztekammer erlauben sachliche und wahre Information. Aufdringliche Selbstanpreisung, unwahre Exklusivitätsbehauptungen und Werbung für Arzneimittel oder Medizinprodukte sind verboten.

Ist Online-Terminbuchung auf der Ordinations-Website DSGVO-konform möglich?

Ja. Du brauchst einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Buchungsanbieter, EU-Hosting, eine Datenschutzerklärung, die den Anbieter nennt, und so wenige Datenfelder wie möglich, weil schon die Buchung selbst als Gesundheitsdatum nach Art. 9 DSGVO gelten kann.

Darf ich Vorher-Nachher-Bilder auf meiner Website zeigen?

Bei ästhetischen Behandlungen und Operationen nein: ÄsthOpG und Ärztekammer werten Vorher-Nachher-Bilder als unzulässige Werbung. In anderen Bereichen klärst du das vor der Veröffentlichung mit deiner Landesärztekammer.

Wie lange dauert eine neue Ordinations-Website?

Eine typische Praxis-Website dauert bei uns 8 bis 12 Wochen vom ersten Gespräch bis zum Launch, jeden Freitag siehst du echten Fortschritt. Den Zeitplan bestätigen wir im Fixangebot. Mehr zu unseren Websites für Ärzte.

Wie finden mich Patienten in der Nähe auf Google?

Über ein vollständiges Google-Unternehmensprofil, überall gleiche Kontaktdaten, eine Seite pro Kernleistung mit Ort und strukturierte Daten. Bei Christina Pedretscher haben regionale Landingpages die Sichtbarkeit der Praxis in Kärnten gestärkt.

Geschrieben vonChristoph SpeiserProjektleitung & Vertrieb

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